„Ich bin mit 69 Jahren in Strafhaft – und kann immer noch lachen!“ Ein bewegender Brief von Dr. med. Bianca Sabine Witzschel aus der JVA Chemnitz
Ein bewegender Brief von Dr. med. Bianca Sabine Witzschel aus der JVA Chemnitz
Liebe Brüder und Schwestern in Christus,
in einem ihrer Briefe aus der JVA Chemnitz berichtet die 69-jährige Ärztin Dr. Bianca Witzschel von einem Moment unerwarteter Freude mitten in der Haft: vom Gesang der Vögel in den frühen Morgenstunden – und von einer lebhaften Kindheitserinnerung, die sie trotz aller Umstände zum Lachen bringt.
Auslöser ist ein altes Lied über „Pfirsiche mit Streifen am Geländer“. In ihrer kindlichen Vorstellung verband sie dies mit gestreifter Häftlingskleidung – eine absurde, fast surreal anmutende Assoziation, die damals wie heute unbändiges Lachen in ihr auslöst.
Sie schreibt sinngemäß, sie sei „mit 69 Jahren in Strafhaft“ – und zugleich „lachend dankbar, dass sie immer noch lachen kann“.
Dieser Brief berührt, weil er zeigt: Selbst unter schweren äußeren Bedingungen kann der Mensch die Fähigkeit zur Freude und Dankbarkeit bewahren. Lachen wird hier zu einem Ausdruck innerer Freiheit.
Biblischer und kirchlicher Hintergrund
Die Heilige Schrift kennt die heilende Kraft der Freude:
„Denn ein fröhliches Herz ist des Menschen Leben, und seine Freude verlängert sein Leben.“ (Sir 30,22)
„Ein fröhliches Herz tut dem Leibe wohl; aber ein betrübtes Gemüt lässt das Gebein verdorren.“ (Spr 17,22)
Die Kirche lehrt:
„Die Früchte des Geistes sind […] Liebe, Freude, Friede …“ (vgl. Gal 5,22–23; KKK 1832).
Freude ist damit nicht bloß ein Gefühl, sondern – im theologischen Sinn – eine Frucht des Wirkens des Heiligen Geistes im Menschen.
Wenn ein Mensch selbst in Haft noch lachen und danken kann, verweist dies auf eine innere Dimension von Freiheit, die sich nicht vollständig durch äußere Umstände bestimmen lässt.
Gewissen und Würde des Menschen
Die Zehn Gebote erinnern an die unveräußerliche Würde des Menschen und die Verantwortung des Gewissens (vgl. Ex 20,1–17).
Das 5. Gebot mahnt zur Achtung von Leben und Integrität.
Das 8. Gebot verpflichtet zur Wahrhaftigkeit und zum Schutz des guten Rufes.
Der Katechismus betont:
Der Mensch ist „im Innersten seines Gewissens […] allein mit Gott“ (vgl. KKK 1776).
Wo Menschen in schwierige Konflikte zwischen Gewissen, Verantwortung und äußeren Umständen geraten, bleibt dies – unabhängig von rechtlichen Bewertungen – auch eine geistliche Dimension: das persönliche Ringen vor Gott.
Der Brief von Dr. Witzschel lässt etwas davon erkennen:
die Fähigkeit, trotz Begrenzung offen zu bleiben – für kleine Zeichen der Freude, für Erinnerungen, für Dankbarkeit.
Gebet
Oh gnadenreiches Jesulein, sei hoch gepriesen!
Wir danken Dir für die Gabe der Freude,
die selbst in dunklen Stunden aufleuchten kann.
Schenke Dr. Bianca Sabine Witzschel
in ihrer gegenwärtigen Situation Trost, Kraft und inneren Frieden.
Stärke ihr Vertrauen auf Dich
und bewahre in ihr die Fähigkeit zur Hoffnung.
Segne alle, die Verantwortung tragen,
mit Weisheit, Besonnenheit und Achtung vor der Würde jedes Menschen.
Lass Dein Licht auch dort leuchten,
wo Enge und Prüfung den Alltag bestimmen.
Maria, Mutter der Barmherzigkeit, bitte für uns.
Amen.
Quellen (öffentlich zugänglich):
Veröffentlichte Briefe von Dr. med. Bianca Sabine Witzschel (u. a. dokumentiert durch den „Freundeskreis Seniorenhilfe“)
Heilige Schrift: Sir 30,22; Spr 17,22; Gal 5,22–23
Katechismus der Katholischen Kirche: KKK 1832; 1776–1782; 2052–2082
Lasst uns im Gebet verbunden bleiben – für alle, die in schwierigen Situationen leben, und für jene, die Trost und Hoffnung brauchen.
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Disclaimer:
Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information, des Mitgefühls und des Gebets. Die zitierten Inhalte stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen (u. a. Veröffentlichungen des „Freundeskreis Seniorenhilfe“). Es wird keinerlei Bewertung laufender oder abgeschlossener rechtlicher Verfahren vorgenommen. Ebenso wird weder zu Hass, noch zu politischer Agitation aufgerufen. Der Beitrag verfolgt ausschließlich einen spirituellen und informativen Zweck.