Stefan Jürgens: Drei Herausforderungen für einen neuen Bischof von Münster - Stefan Jürgens ist Leitender Pfarrer in Ahaus

Fotos: Markus Nolte / Christof Haverkamp -

Mittwoch, 4. Februar 2026

Herausforderung Nr. 1: Synodalität

Papst Franziskus hat der römisch-katholischen Weltkirche die Synodalität ins Stammbuch geschrieben. Wir können nur gemeinsam Kirche sein. Wir müssen aufeinander hören und Entscheidungen gemeinsam fällen, auf einem geistlichen Weg. Ein Bischof, der heutzutage noch regiert wir ein Monarch, wäre nach kurzer Zeit nicht nur allein, sondern tatsächlich von allen guten Geistern verlassen: eine Witzfigur. Auch wenn die Kirche aus theologischen Gründen keine Demokratie sein kann, braucht sie dennoch synodale Strukturen, um überhaupt ernst genommen zu werden. Einem Bischof, der Entscheidungen synodal moderiert und dabei anderen etwas zutraut, wird Vertrauen entgegengebracht. Es wäre ein Gewinn, wenn das Bischofsamt in Zukunft zeitlich begrenzt wäre und der jeweilige Kandidat anschließend wieder in der Gemeindepastoral arbeiten dürfte. Es wäre ein Gewinn, wenn der jeweilige Bischof auf die mittlerweile anachronistisch wirkenden Amtsinsignien (Stab und Mitra) verzichten würde: Autoritätsgewinn durch Autoritätsverzicht.

Herausforderung Nr. 2: Einheit


Unsere Gesellschaft befindet sich in einem Prozess der Spaltung, global und national. Diese verläuft zwischen Weltanschauungen und Milieus, zwischen reich und arm, zwischen skrupellosen Kleptokraten und den Verlierern der neoliberalen Leistungsgesellschaft. Auch in der Kirche nimmt die Spaltung zu. Zwischen Traditionalisten und Reformern gibt es kaum noch Gemeinsamkeiten, geschweige denn Gespräch. Die Kirche in Deutschland befindet sich in einem Transformationsprozess, dessen Verlauf kaum vorhersehbar ist. Das führt zu Unsicherheit und Angst auf allen Ebenen. Man hält fest am Bekannten und vermeintlich Bewährten. Ein Bischof hat das Amt der Einheit. Er muss durch persönliche Lauterkeit, durch theologische Klugheit und spirituelle Tiefe dafür sorgen, dass alle in Verschiedenheit miteinander leben können und dennoch eins sind. Er muss Verbindung mit der säkularen Welt halten und die Verbundenheit der Christinnen und Christen untereinander fördern.

Herausforderung Nr. 3: Bürokratieabbau

Der Transformationsprozess, in dem wir uns als Kirche befinden, bringt auch bei den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Behörden große Unsicherheit mit sich. Das führt nicht nur zu starken Beharrungstendenzen in der Verwaltung, sondern geradezu zum Zentralismus. Wo die Ortsebene einen Dienstleister erwarten kann, bekommt sie es mit einer Behörde zu tun, die sich oftmals systembedingt selbst überschätzt. Wenn ein Bischof nur wenig Leitung wahrnimmt und stattdessen den Ressortchefs und der Bürokratie das Zepter übergibt, besteht die Gefahr, dass Gesetz und Gerechtigkeit am Ende wichtiger sind als Liebe und Barmherzigkeit. Die Verwaltung wird kompliziert, die Vorgaben werden unüberschaubar, der Regierungsstil wird kalt. Ein Bischof muss deshalb seinen Generalvikar mit Bedacht auswählen und dafür sorgen, dass die Behörden Subsidiarität lernen. Als leitender Pfarrer mit einem großen Team von Haupt- und Ehrenamtlichen erwarte ich vom Bischof schlicht, dass er uns machen lässt.

Eingestellt von Stefan Jürgens um 22:56
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Heribert Nuhn

Dieser Vorschlag ist der Synodale Weg durch die Hintertür! Franziskus‘ Synode ist so offen, daß auch Panchamama Platz hat. Auch wird eine Kirche nicht vom Zeitgeist ernstgenommen, sondern ihre Autorität leitet sich einzig von der Lehre Jesu Christi ab. Bischofswahlen und zeitliches Amt kommen auch in den Evangelien nicht vor. Jesus Christus hat seine Jünger ausgewählt, einige wurden von IHM zu Aposteln bestimmt und außer Judas blieben alle auf Lebenszeit im Amt, meist als Märtyrer. Und wie soll man in Verschiedenheit miteinander leben, wenn die Standpunkte von Panchamama bis zu den Wandlungsworten reichen? Ebenso gibt es Gesetz und Gerechtigkeit in der Kirche nicht als Beschlüsse von Synoden, sondern nur auf der Basis der Lehre Jesu Christi und hier haben wir das Lehramt der Kirche. Da ist natürlich Liebe und Barmherzigkeit automatisch mit drin.

Gastleser

Pfarrer Jürgens ist selbst eine Witzfigur. Er hat verlernt was katholisch ist. Ein fürchterlicher Selbstdarsteller, arrogant und natürlich nach eigener Meinung unfehlbar. Vermutlich hat er schon lange nicht mehr gebeichtet, Christus im Altarsakrament angebetet oder den Rosenkranz gebetet. Bei den Protestanten wäre er besser aufgehoben.

Klaus Elmar Müller

Ja, der Verzicht auf Mitra und Stab (mit Freud bequem als Phallus-Symbole abzukanzeln) wäre tatsächlich ein Gewinn, denn man könnte dann katholische Bischöfe von den deutschen häretischen auch äußerlich unterscheiden.

Siehe auch: Drei Videozitate: Die Christmette in St. Marien, …